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Die Deutschnationale Volkspartei |
Da, wie Walther Graef, ein Historiker und Mitglied der DNVP schreibt, "der
Antisemitismus allein keine tragfähige Dauer-Grundlage für politische
Parteibildung" ist, schlossen sich die vier rechts vom Deutschen Zentrum
angesiedelten Parteien, die Konservative Partei, die Freikonservative, die Christlichsoziale
und die Deutschvölkische, am 22. November 1918 zur Deutschnationalen
Volkspartei zusammen.
Die deutlich antidemokratisch, monarchistisch ausgerichtete Partei konnte zunächst schnelle Erfolge verbuchen, war in der Weimarer Nationalversammlung bereits mit 42 Abgeordneten vertreten, die die Weimarer Verfassung ablehnten, und mehrfach an der Regierung beteiligt. Von 1922 bis 1925 konnte die DNVP ihre Abgeordnetenzahlen im Reichstag von 66 (15%) auf 111 (20,5%, stärkste Fraktion), im Preußischen Landtag von 75 auf 109 steigern. Auch im Thüringischen Landtag war die Partei mit vier Abgeordneten vertreten. 1925 unterstützte sie die Wahl Hindenburgs, verstrickte sich dann jedoch in interne Streitigkeiten, die zu Abspaltungen führten.
Der Parteivorsitzende Hugenberg wurde im Januar 1933 unter Adolf Hitler Reichswirtschafts- und Reichsernährungsminister. Die DNVP fusionierte mit dem Frontkämpfer-Verband Stahlhelm zur Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, erlangte so im März 1933 8% der Stimmen, mußte sich nach einer weiteren Namensänderung jedoch schon am 26. Juni 1933 auflösen.
Hans Erich Nossack geriet vermutlich über die Universität Jena mit der DNVP in Kontakt. Die Partei unterhielt dort eine recht aktive Jugendgruppe, die verschiedentlich versuchte, Studenten zum Beitritt in Freikorps und zum Kampf gegen sozialistische Gruppen und/oder Polen zu animieren.