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Kurzvorstellung einiger wichtiger Romane, Erzählungen und Prosasammlungen

 

Nekyia. Bericht eines Überlebenden (1947)

Interview mit dem Tode (1948)

Spätestens im November (1956)

Spirale. Roman einer schlaflosen Nacht (1956)

Der jüngere Bruder. Roman (1958)

Nach dem letzten Aufstand. Ein Bericht (1961)

Das Testament des Lucius Eurinus (1965)

Der Fall d‘Arthez. Roman (1968)

Dem unbekannten Sieger. Roman (1969)

Ein glücklicher Mensch. Erinnerungen an Aporée (1975)

Nekyia1.jpg (21976 Byte) Nekyia. Bericht eines Überlebenden (1947)

Der namenlose Ich-Erzähler, einziger "bewußter" Überlebender einer rätselhaften Katastrophe, die anscheinend alle Bewohner seiner Heimatstadt tötete, rekapituliert in einem komplizierten Tiefenerinnerunsprozeß seine Vergangenheit. Während seiner Erzählung, die auf mehreren sich verschlingenden Erzählebenen spielt, kommt er zu Einsichten über die Fehler der Vergangenheit und gelangt zu einer ihm neuen Haltung der Mitmenschlichkeit und Sorge anderen gegenüber, die ihn dazu befähigt, einige Schicksalsgenossen aus totenähnlichem Schlaf zu erwecken. Den Schluß bildet eine ganzheitliche Heilsutopie, die Erzähler-Ich und Menschheit umfaßt - in dieser Form einzigartig in Nossacks Werk.

Bibliographische Daten
Textprobe
Nachwort der Erstausgabe

Int1.jpg (19493 Byte) Interview mit dem Tode (1948)

Eine Sammlung mit Erzählungen und Kurzprosa, enthält u. a. den berühmten "Untergang", ein z. T. autobiographischer Augenzeugenbericht über die Bombardierung Hamburgs im Juli 1943, den Nossack durch Zufall in einem kleinen Heideort südlich von Hamburgs überlebte.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textproben:
             Der Untergang (Auszüge)
             Bericht eines fremden Wesens über die Menschen,
           Märchenbuch,
             Orpheus und ...
Rezension

Spatest1.jpg (25117 Byte) Spätestens im November (1956)

Roman, der zunächst als Theaterstück konzipiert war und mehrfache Bearbeitungsstufen durchlief: die ungewöhnliche und letztlich tödlich endende "Liebesgeschichte" zwischen der Industriellengattin Marianne Helldegen und dem Schriftsteller Berthold Möncken vor dem Hintergrund der deutschen Wirtschaftswunderjahre, erzählt aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe
Rezension

Spirale1.jpg (8680 Byte) Spirale. Roman einer schlaflosen Nacht (1956)

Aus fünf einzelnen Erzählungen bestehender Roman, lose verbunden durch die Rahmensituation eines schlaflosen Mannes und seiner nächtlichen Visionen, Erinnerungen und Träume, die spiralförmig ein bestimmtes Ereignis einzukreisen suchen. Einzelne Texte zählen zu den besten Prosastücken Nossacks, etwa die "Unmögliche Beweisaufnahme" oder "Das Mal".

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe: Das Mal 
Rezension

Bruder1.jpg (21058 Byte) Der jüngere Bruder. Roman (1958)

Der Bericht des aus Südamerika ins Nachkriegsdeutschland zurückgekehrten Ingenieurs Stefan Schneider, der im Bemühen, den rätselhaften Tod seiner Frau aufzuklären, in den Bann eines geheimnisvollen jungen Mannes, eines "jüngeren Bruders" gerät, dessen Spuren er folgt. Die 1958 erschienene Fassung faßt fünf von mehreren in den fünfziger Jahren um die Figur Stefan Schneiders entstandene Kapitel zum Roman zusammen; 1981 erschien eine um drei weitere Kapitel ergänzte und kommentierte Taschenbuch-Neuausgabe.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe
Rezension

Aufst1.jpg (13314 Byte) Nach dem letzten Aufstand. Ein Bericht (1961)

Der aufgeregte Bericht eines jungen Mannes über seine Begegnung mit einem Engel mitten auf der Münchner Leopoldstraße löst die Erinnerungen des Münchner Nachtportiers Alois Mörtls an die Zeit "vor dem letzten Aufstand" aus, in der er der Begleiter eines Jünglings-Gottes war, auf dessen Tod – einem magisch-religiösen Brauch ritueller Opferung – der "letzte Aufstand" und eine Demontage der alten Welt erfolgte. Der Roman wechselt zwischen dem Bericht aus jener vergangenen, archaisch-religiösen Welt und der heutigen Alltagswelt, einer erstarrten Ordnung, in der der Glauben an den Verstand religiöse Fragen und Ehrfurcht ersetzt hat.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textproben
Rezension

Lucius1.jpg (13769 Byte) Das Testament des Lucius Eurinus (1965)

Als Ich-Erzählung verfaßtes Testament des mit Christenfragen beauftragten römischen Staatsbeamten Lucius Eurinus, dessen Frau Claudia zum Christentum konvertiert ist, eine Konversion, die nicht nur die Eheleute einander entfremdet hat, sondern von Lucius auch als symptomatisches Zeichen einer Übergangszeit gedeutet wird, in der das freie selbstverantwortliche Individuum zunehmend durch einen durchfunktionalisierten und alles verwaltetenden gesellschaftlichen Apparat bedroht wird. Der von Lucius gewählte Freitod versteht sich als Geste des Protestes und Bekenntnis zum Leben.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe
Rezension

Arthez1.jpg (19779 Byte) Der Fall d‘Arthez. Roman (1968)

Roman um den Schauspieler, Pantomimen und Komiker Ernst Nasemann alias d’Arthez und seinen Freund, den Hilfsbibliothekar Ludwig Lembke alias Louis Lambert (beide Pseudonyme gehen auf Balzac zurück), die als "exterritoriale Existenzen" in "geheimer intellektueller Opposition" ein Partisanendasein führen, das aus bis zur Unkenntlichkeit gehender Anpassung und der damit verbundenen Auslöschung ihrer Identität als totaler Verweigerung der Gesellschaft gegenüber besteht. Der Erzähler ist ein mit der Erstellung eines Berichtes über den "Fall d’Arthez" beauftragter Gerichtsreferendar, der sich im Verlauf seiner Aufzeichnungen immer stärker in die Problematik der Exterritorialität verstrickt und am Ende aus dem Staatsdienst ausscheidet, um selbst ins "Unversicherbare" aufzubrechen.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe
Rezension

Unbek1.jpg (27314 Byte) Dem unbekannten Sieger. Roman (1969)

Der Historiker und Studienrat Hinrich berichtet einem befreundeten Juristen von den Hintergründen der Entstehung seiner Dissertation über die Revolutionstage der frühen zwanziger Jahre in Rathenow, Magdeburg und Berlin, in denen ein "unbekannter Sieger" als strategisches Genie eine zentrale Rolle spielte. Erst viele Jahre später entdeckte er, daß dieser "Sieger", den er seinerzeit trotz verschiedener Indizien und wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit vergeblich zu identifizieren suchte, sein eigener Vater war. Humorvoll-ironisches Spiel mit der Frage nach der Wahrheit jenseits von Konvention und historisch-wissenschaftlicher Beweisaufnahme.

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe
Rezension

Gluckl.jpg (10120 Byte) Ein glücklicher Mensch. Erinnerungen an Aporée (1975)

Der letzte Roman Nossacks, der ein Romanfragment aus den fünfziger Jahren aufgreift, das um das Thema "Aporée" – ein von einer Katastrophe zerstörter und verseuchter Erdteil – kreist. Der Ich-Erzähler, ein in Washington lebender alter Mann, erinnert sich an seine Zeit in dem von amerikanischen Behörden verwalteten Aporée, das er in der Hoffnung auf ein reales Nichts, auf eine "Lücke in der Welt" betreten hatte und das er nach einiger Zeit enttäuscht wieder verläßt, als auch hier im Land des Nichts und des Todes sich das Leben – in Form der Geburt der Tochter des Erzählers – erneut durchsetzt. Die Erkenntnis Aporées als eines geistigen Ortes macht den Erzähler zu einem "glücklichen Menschen".

Bibliographische Daten und Ausgaben
Textprobe
Rezension

Hans Erich Nossack - 1901-1977: Internet-Dokumentation der Arbeitsstelle Hans Erich Nossack der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Redaktion: Gabriele Söhling, Johannes Hilgart, Thomas Hilsheimer, Gestaltung: Thomas Hilsheimer