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Hans Erich Nossack

Der Nachlaß

 

Hans Erich Nossack hat 1973, vier Jahre vor seinem Tod, testamentarisch die Mainzer Akademie der Wissenschaften, der er seit 1949 als ordentliches Mitglied angehörte, zur Alleinerbin bestimmt. Der für ihn bedeutendste Teil seines Nachlasses — seine unveröffentlichten Arbeiten, insbesondere die Tagebücher und Briefe, aber auch andere Manuskripte — wurde, wie Nossack selbst empfohlen hatte, dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach übergeben; seit 1978 wird dort der umfangreichste Teil seines literarischen Nachlasses verwahrt. Eine zweite Sammlung von Briefen und ungedruckten Manuskripten befindet sich im Privatbesitz des früheren Nossack-Herausgebers Christof Schmid, Baden-Baden, dem Nossack bereits zu Lebzeiten mehrfach Manuskripte, Entwürfe und Unveröffentliches überlassen hatte. Nach dem Tod der Ehefrau Gabriele Nossack und der Auflösung ihrer Hamburger Wohnung im Sommer 1987 wurde der noch vorhandene Hausrat nach Mainz verbracht, darunter Nossacks antiker Schreibsekretär, der heute im Foyer der Mainzer Akademie ausgestellt ist, dazu Möbel, Teppiche, Bilder, Familienfotos sowie die gesamte Bibliothek Nossacks einschließlich eines Kartons mit der Aufschrift "Moi Archiv", der eine Sammlung von Besprechungen seiner Werke enthielt. Der geordnete Nachlaß und insbesondere die Belegexemplare der Nossackschen Werke einschließlich ihrer Übersetzungen und Rezensionen bildete die Grundlage für eine erste Personalbibliographie, die 1991 in der "Mainzer Reihe" erschien. Ein zweites, von Johannes Hilgart erstelltes Bestandsverzeichnis, das alle übrigen Bände dieser Nachlaßbibliothek erfaßt und insgesamt weitere 2471 Titel enthält, ist kürzlich erschienen. Ein Teil der nachgelassenen Bücher, darunter Dubletten, Erstausgaben zeitgenössischer Schriftsteller, einige Widmungsexemplare sowie Desiderata der Marbacher Bibliothek, wurde dem Deutschen Literaturarchiv überlassen, die übrigen Bände befinden sich derzeit noch in der Mainzer Akademie.

Aus dem Nachlaß herausgegeben wurden die "Tagebücher 1943 - 1977" (Suhrkamp 1997). Eine Auswahl aus seinem Briefwechsel aus den Jahren 1943-1956 ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich 2001 erscheinen.

Hans Erich Nossack - 1901-1977: Internet-Dokumentation der Arbeitsstelle Hans Erich Nossack der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Redaktion: Gabriele Söhling, Johannes Hilgart, Thomas Hilsheimer, Gestaltung: Thomas Hilsheimer